Nachlese I

Galsan Tschinag war im September 2018 am Goetheanum, um auf der ersten Tagung zum Transhumanismus ‹Ende des Menschen› einen Beitrag zu geben.

Im deutschsprachigen Raum ist Galsan Tschinag als Schriftsteller bekannt, der seine zahlreichen Werke fast ausschließlich in deutscher Sprache verfasst. Er stammt aus der Mongolei und ist Häuptling des Stammes der Tuwa, Schamane und Heiler. Deutsch lernte er durch ein Stipendium, das ihn als jungen Mann in Zeiten der DDR nach Leipzig führte. Seither ist Galsan Tschinag mit dem Werk Goethes und der Musik Beethovens leidenschaftlich verbunden und als ein Botschafter schreibend und vortragend zwischen Ost und West tätig.

Christiane Haid: Sie sind Schamane, wie gehen Sie bei einer schamanischen Heilung vor?

Galsan Tschinag  Ich hocke mich hin und rufe zunächst die 10 000 Geister an. Jeder Schamane hat 10 000 Hilfsgeister, 10 000 Schöpfer, die meine Helfer sind. Es ist eine leichte, leise Drehbewegung zunächst, aber dann wird es immer fühlbarer. Man lässt die Luft aus sich heraus. (Er singt) «Oh meine 10 000 Geister, ich sitze hier mit leeren Händen und bin so hilflos ohne euch. Ich fühle mich so allein unter den kleinen, dummen Menschen. Kommt und steht mir bei, wenn ich meine Reise beginne.»
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Bild: Picasa
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