Goethes Faust 1&2 in neun Stunden “Den lieb ich, der Unmögliches begehrt”

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3. Faust Wochenende am Goetheanum vom 23. bis 25. Juli 2021 Aufführung mit Rahmenprogramm der Sektion für Schöne Wissenschaften

Faust begegnet Manto in der Klassischen Walpurgisnacht an der Schwelle zur Unterwelt. Sie soll ihm den Weg zu Helena weisen, so dass er sie aus dem Reich der Toten heraufholen kann. Der Grenzübertritt scheint unmöglich, doch Faust wagt den Gang. In diesem Bild, das Goethe nur angedeutet hat, da er uns die Begegnung mit dem tiefsten Geheimnis der Nacht und des Todes verschweigt – der Weg zu Persephone wurde letztlich nicht ausgeführt –, werden die zentralen Fragen des «Faust» als auch unserer Zeit wie in einem Brennglas sichtbar.

In der Tagung wollen wir den Zusammenhängen von Abgrund, Nacht, Tod und Freiheit nachgehen. Und von verschiedenen Seiten auf diese für die Zukunft des Menschen so notwendig zu begreifenden Fragen schauen.

Helena kann als Bild für das höhere Ich von Faust gelesen werden, dieses in den Tag und das Bewusstsein, in die Alltagswelt zu holen, fordert den Durchgang durch die Nacht und letztlich den Tod im weitesten Sinne. Angst, Schrecken und Abgrund sind die Voraussetzung für jeden Schritt in die Zukunft, ins Offene hinein. Gelingt dieser Gang, kann der freie Mensch aufleuchten. Helena und Faust wird Freiheit für den Augenblich ihrer gegenseitigen Liebe geschenkt – Herz spricht zu Herz.

Vorträge

Christiane Haid: Faust – ein neuer Orpheus?
Studium der Germanistik, Geschichte, Erziehungswissenschaften, Kunstgeschichte und Kunst. Seit 2009 im Verlag am Goetheanum, seit 2021 Leitung der Sektion für Schöne Wissenschaften, seit 2020 Leitung der Sektion für Bildende Künste.

Martina Maria Sam: Fausts Gang zu den Müttern und die Beschwörung der Helena
Studium der Eurythmie, Germanistik und Kunstgeschichte, zwölf Jahre Leitung der Sektion für Schöne Wissenschaften. Herausgeberin im Rahmen der Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe.

Fritz Wefelmeyer: Die Freiheit des Anderen als Schönheit. Helena und Faust
War Head of English, Universität Sunderland, Lehrtätigkeit in Frankfurt am Main und Oxford, Veröffentlichungen zu Goethe, Herder, J. M. R. Lenz, Samuel Beckett, Edward Said und zur Kulturtheorie

Andre Bartoniczek: Was ist Idealismus? Über das «Stirb und Werde» eines menschheitlichen Leitsterns
Studium der Germanistik, Geschichte, Philosophie; Waldorf-Oberstufenlehrer; Dozent im Fernstudium für Waldorfpädagogik Jena; Publikationen zu Ästhetik, Geschichte und Pädagogik.

Ariane Eichenberg: Bewusstseinszustände – Faust zwischen Vergessen, Schlaf und Tod
Literaturwissenschaftlerin, Redakteurin der Erziehungskunst frühe Kindheit, Mitarbeiterin der Sektion für Schöne Wissenschaften, Deutschlehrerin. Veröffentlichungen zum Thema Gedächtnis und Erinnerung, literarischen Verarbeitungen traumatischer Ereignisse.

Link zum Zeitplan

 

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