Nachlese II

Die Tagung am Goetheanum zum Transhumanismus ‹Das Ende des Menschen?› zeigte, dass die heutige Kultur längst in einer Symbiose mit Technik lebt.

Es geht um einen Umgang und nicht um eine Ablehnung. Dieser Umgang gelingt durch kulturelle Souveränität, sodass der Transhumanismus dazu auffordert, das unverwechselbar Menschliche des Menschen hervorzukehren. Zehn Vorträge und mehrere Podien an zwei Tagen bedeuteten dabei eine inhaltliche Fülle, die hier zugunsten persönlicher Eindrücke im Hintergrund bleibt.

Transhumanismus und Anthroposophie haben in einem gewissen Sinne gemeinsame Ideale: Verbesserung des Menschen, Erweiterung der Autonomie, Selbstschöpfer werden, sich von dem begrenzenden Körper lösen und den Tod überwinden. Für beide Richtungen ist der Mensch so, wie er gegenwärtig ist, ein Mängelwesen. Der grundlegende Unterschied liegt weniger im ‹Was› denn im ‹Wie›.

Der Transhumanist will diese Ziele durch äußere technische Mittel erreichen, von der Prothese einer Brille über den ins Gehirn eingepflanzten Chip bis hin zur Verpflanzung des heute noch an das Gehirn gebundenen Bewusstseins auf eine Maschine, die sich mit anderen solchen Maschinen zu einem selbstlernenden System vernetzt. Damit wäre die Unsterblichkeit erreicht – vorausgesetzt, dass eine immerwährende Energiezufuhr gewährleistet ist.

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Bild: Das Goetheanum, Wochenschrift für Anthroposophie
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